HP School Tool – Aus der Schule geplaudert

Damit das Lernen «fägt»

Lernen soll Spass machen. Es soll Herausforderungen und Erfolge beinhalten, Individualität berücksichtigen und schon früh Verantwortungsbewusstsein fordern. So sieht das Petra Frljić der Primarschule Schlimperg in Effretikon – deshalb unterrichtet sie nach dem Churermodell und deshalb plädiert sie für die frühe Medienförderung. Wir haben uns mit ihr unterhalten.

Frau Frljić, Sie sehen das Heranführen der Kinder an die Nutzung von Medien als Ihre Pflicht?
Ja, der Lehrplan 21 gibt vor, dass Medien und Informatik im Unterricht thematisiert werden. Ich bin überzeugt, dass Kinder früh ein Bewusstsein für den Umgang mit Medien entwickeln sollen. Damit dies geschieht, müssen sie Medien nutzen, Anwendungskompetenzen erwerben und sich bewusst damit auseinandersetzen. Für mich ist der Einsatz von Technologie eine von vielen Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung.

Es geht also nicht um den Einsatz des Mathe-Trainers auf dem Tablet?
Nicht nur. Klar, Kinder freuen sich, wenn sie mit dem Tablet oder Computer eine Aufgabe lösen können. Sie sind aber nicht alle gleich flink im Umgang. Deshalb müssen sie einander helfen – und lernen nebenbei einiges in Sachen Sozialkompetenz. Gerade am Anfang der 1. Klasse muss ich viel Zeit einplanen für die ersten Schritte am PC oder am Tablet. Ich vermittle
jedem Kind: «Ich habe volles Vertrauen, dass du das schaffst!». Schön ist ja, dass der Computer endlos geduldig ist und dass früher oder später jedes Kind sein Erfolgserlebnis hat. So entwickelt sich Selbstvertrauen. Ausserdem, es ist keine Frage, ob wir künftig digitale Medien beherrschen müssen – die Digitalisierung unseres Lebens ist in vollem Gange. Deshalb
ist es so wichtig, dass unsere Kinder lernen, verantwortungsbewusst damit umzugehen.

Sie setzen den Medienfokus in jedem Fach und erkennen überal die Möglichkeit, Kompetenzen zu vermitteln. Für die Darstellung von Malrechnungen wurde in der Mathematik-Stunde fotografiert.
Meiner Kreativität als Lehrperson sind keine Grenzen gesetzt. Die Sache mit den Plättli-Fotos geht wie folgt: Ich beauftrage die Klasse «Mal-Bilder» zu suchen – wo lassen sich Muster der Multiplikation finden? Beispielsweise auf dem Schulhof – da kann man 2×2, 3×3 Platten fotografieren. Oder Fensterreihen, Fahrradständer, Säulen etc. Dabei lernen die Kinder, wie sie Fotos machen, wie man sie wieder löscht, wie man einen Text hinzufügt oder eine Audio-Datei aufnimmt. Und natürlich: wie man Fotos bearbeitet. Das wiederum kann zur Diskussion führen: entsprechen die Fotos immer der Realität? Wie schaut es mit der Werbung aus?

Sie sprudeln geradezu vor Ideen. Wo lassen Sie sich inspirieren?
Ich stöbere in den App-Stores, ich tausche mich mit Kollegen und PICTS aus und ich besuche Weiterbildungen. Sehr empfehlen kann ich den Kurs «Internet-Perlen» der PHZH. Es werden die schönsten Fundstücke der Schatzkiste Internet für den 1. und 2. Zyklus vorgestellt, bewertet und ausprobiert.

Hat Ihre Klasse eine Lieblings-App?
Das ist ganz eindeutig «Kahoot!». Mit der App erstelle ich Multiple-Choice Wettbewerbe, bei denen der Mix von Schnelligkeit und richtiger Antwort ausschlaggebend ist. Man kann alleine oder in der Gruppe antreten. Ich setze auch diese App gezielt ein und achte grundsätzlich auf ein ausgewogenes Verhältnis von digitalen und analogen Aktivitäten.

Ach ja: was ist das Churermodell?
In meinem Klassenzimmer gibt es nur im Kreis einen fixen Sitzplatz. Hier finden die Inputs, Auftragserteilungen und Diskussionen statt. Ansonsten ist frei wählbar, ob ich mich an den Einzelplatz, das Zweierpult oder den Gruppentisch setze. Die Kinder entscheiden, auf welchem Niveau sie eine Lernaufgabe bearbeiten, und an welchem Ort. Sie überlegen, ob sie diese
alleine, mit einem Gspönli, in der Gruppe oder mit mir lösen. Sie lernen Entscheidungen zu treffen und sich mit den Zielen auseinanderzusetzen.

Vielen herzlichen Dank, Frau Frljić, für dieses beflügelnde Gespräch!

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