Schule am Bildschirm – schabi.ch

Wenn einem Primarlehrer – und ehemaligen Software-Entwickler – im Unterricht ein digitales Hilfsmittel fehlt, erfindet er es eben.

So entstand schabi.ch, eine Plattform für Schulen, Lehrpersonen und Schüler. Was als Hobby für den Eigengebrauch begann, machte Christof Müller vor ein paar Jahren anderen Lehrpersonen zugänglich. Durch Mund-zu-Mund-Empfehlungen steigerte sich die Bekanntheit der Seite. Im November 2018 gründete Christof Müller das KMU «Schule am Bildschirm GmbH». Aufgrund des Corona-Lockdown stiegen die Benutzerzahlen von schabi.ch sprunghaft an.

Herr Müller, was bietet die kostenlose Plattform schabi.ch?

Den analogen Unterricht mit nützlichen digitalen Helfern zu unterstützen, ist das Ziel von schabi.ch. Schabi bietet Link-Sammlungen, einen Trainingsraum, Verwaltungstools sowie einen Blog.

Mit den Link-Sammlungen oder «Startseiten» haben Lehrpersonen die Möglichkeit, Seiten für ihre Klassen, Teams, Fachschaften, Arbeitsgruppen, Eltern oder die Öffentlichkeit einzurichten. Diese Seiten können Links, Videos, Dokumente, Hausaufgaben und viele weitere Inhalte freigeben. Im «Trainingsraum» stehen Übungseinheiten für Mathematik oder Deutsch bereit. Das «Lehrerpult» stellt den Lehrpersonen Verwaltungswerkzeuge zur Verfügung, um den Schulalltag einfacher zu organisieren. Sehr gefragt während des Lockdown war beispielsweise die Hausaufgabenverwaltung. Damit konnten die Lehrpersonen der Klasse oder einzelnen Schülerinnen und Schülern Aufträge erteilen und hatten den Überblick, wer was schon gemacht oder abgegeben hatte. Im «Blog» geht es um schulrelevante Themen wie Medienpädagogik, gute Unterrichtsmaterialien oder hilfreiche Tools.

Spannend für Lehrpersonen ist sicherlich auch der grosse Hilfebereich mit Lehrgängen, Anleitungen und Hilfe-Videos.


Die Basis-Lizenz ist kostenlos, es gibt aber auch eine Pro-Lizenz: Wo liegt der Unterschied?

Obwohl schabi.ch vollkommen werbefrei ist, können sich Lehrpersonen, Private und Lernende kostenlos ein Benutzerkonto anlegen und alles ausprobieren. Mit dieser Basis-Lizenz kann jeder Nutzer zwei eigene Startseiten anlegen. Wenn man auf den Geschmack kommt und eine unbeschränkte Anzahl Startseiten sowie das erweiterte Angebot nutzen möchte, empfiehlt sich die Klassen-Lizenz für CHF 63.– im Jahr. Sie kann von bis zu drei Lehrpersonen pro Klasse genutzt werden. Auch die Klassen-Lizenz ist im ersten Monat gratis. So kann man reinschnuppern und sich dann entscheiden, ob man die Lizenz lösen möchte.


Sie sagen: «Für die Medienbildung der Pädagogen ist Corona ein Glücksfall»?

Ja, das denke ich! Wir mussten alle über unseren Schatten springen, waren gezwungen, uns mit digitalem Fernunterricht auseinanderzusetzen, mussten neue Wege ausprobieren, haben gemerkt, was funktioniert und was nicht. Corona hat unsere pädagogische Klaviatur erweitert, das macht Spass.

Ausserdem: Die Schülerinnen und Schüler haben sich wie noch nie auf die «richtige» Schule gefreut. Das zeigt mir, dass Bildung ein Miteinander von Lehrperson und Lernenden ist. Es braucht die echte Beziehung und kein Computer kann sie ersetzen – aber es gibt viele Lernbereiche, in denen Technologie sehr nützlich und unterstützend sein kann.